Da Papa wird’s scho richten …

Nein, das ist keine Rückkehr zum Patriachat, nur eine Zeile aus einem alten Wienerlied, das nicht mehr sehr bekannt ist.

Ungebrochen ist jedoch die dahinterstehende Mentalität: Was immer auf dieser Welt geschieht, ob ein wild gewordener russischer Präsident die Ukraine angreift und damit die Energiekosten steigen, ein wild gewordener amerikanischer Präsident alle Welt mit Zöllen belegt oder den Iran angreift, was neuerlich die Energiekosten explodieren lässt, der gelernte Österreicher überlegt nicht erst, was er tun könnte, um die Situation für sich persönlich in den Griff zu bekommen, er jammert und ruft zuallererst nach dem Staat. Der soll’s richten.

Glück im Unglück: Wir stehen vor der Sommersaison, es geht also – noch – gar nicht ums Heizen, es um den Spritpreis, ums Autofahren. Ostern steht schließlich vor der Tür, da müssen wir auf Urlaub fahren oder fliegen und der Sommerurlaub will schließlich auch geplant werden. Also los, Papa Staat, mach was!

Auf die Idee, den Osterspaziergang im Umland zu absolvieren und sich die Sommersonne zumindest nicht tausende Kilometer weit weg auf den Bauch scheinen zu lassen, kommen scheinbar nur wenige der Jammerer.

Unbestritten ist, dass die Erhöhung der Spritpreise manche mehr trifft als andere. Wenn ich mir die Jammerer im ORF allerdings so anschaue, habe ich nicht den Eindruck, dass es überwiegend jene sind, die es am härtesten trifft. DAS ärgert mich am allermeisten.

Kleine Rückblende. Als wir in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts vor einer ähnlichen Krise standen, gab es Tempobeschränkungen und autofreie Tage, auch wenn diese nicht allzu lang währten. Aber es war ein Zeichen. Einige Fachleute sagen auch heute – zu Recht – auch der hohe Spritpreis sei ein Zeichen, ein Hinweis, dass man sparsam damit umgehen sollte.

Nun bin ich generell kein Freund staatlicher Eingriffe, ob es sich nun um Verbote oder Preiseingriffe handelt. Es geht mir um Selbstverantwortung. Die Preise steigen – der Staat muss es ändern! Echt? Besser wäre es aus meiner Sicht, darüber nachzudenken, ob die gar nicht so teuren Erdäpfeln vielleicht auch einmal eine gute Suppe oder ein köstliches Abendessen ergeben würden.

Michael Lehhofer, Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater und Philosoph, spricht in einem Interview mit der Presse von der Verwöhntheit der Gesellschaft, in der die Selbstverantwortung systematisch reduziert wird. DAS ist es, was ich sagen wollte!

Nicht einmal für die eigenen Kinder reicht diese Verantwortung offenbar. Wenn die zu oft und zu lange am Smartphone hängen, dann soll doch bitte der Staat etwas dagegen tun. Aber der Staat, sind war das nicht alle?