Ich habe zahlreiche Aussagen zum Weltfrauentag gehört und einige Artikel gelesen. Dabei drängt sich mir die Frage auf: Wie war das mit der Wahlfreiheit?
Sicher ist: Im Iran, in Afghanistan und vielen ähnlichen Ländern sind Frauen stark benachteiligt.
Wenn sich Frauen aber in unseren Breiten benachteiligt fühlen, dann rufe ich ihnen zu: Jede von uns ist ihres eigenen Glückes Schmied! Gleichberechtigung ist auch eine Frage der Einstellung der Frauen. Wollen wir wahrhaft gleichberechtigt sein, dann braucht es weder Quoten noch eine Spezialbehandlung in Sachen Wehrdienst. Gleiche Rechte bedingen auch gleiche Pflichten, das gilt für alle Menschen, ob männlich, weiblich oder sonst wie. Auch die moralische Überhöhung von Frauen wird der Sache nicht dienen. Soweit zur Theorie.
In der Praxis ist es. Sobald Kinder im Spiel sind, nicht ganz so einfach. Ich persönlich habe mich gegen eigene Kinder und für den Beruf entschieden und bin mit dem Dasein als Stiefmutter (nunmehr Bonus-Mutter) bis heute durchaus zufrieden. In mehr als vierzig Berufsjahren habe ich miterleben dürfen, wie es selbstverständlicher wurde als Frau in der Wirtschaft zu agieren. Ich habe für meine Arbeit auch kein geringeres Honorar erhalten. Doch niemals hätte ich irgendeinen Posten/Auftrag erhalten wollen, um eine Frauenquote zu erfüllen. DAS hätte ich als diskriminierend empfunden.
Doch nicht jede Frau findet ihre Erfüllung im eigenen Unternehmen oder in der Vorstandsetage. Wer Karriere machen will, der kann das auch – im Rahmen seiner/ihrer Talente und Möglichkeiten. Diese Einschränkung gilt allerdings auch für Männer.
Es gibt sehr engagierte und hochkompetente Frauen in Spitzenpositionen. Wer das anstrebt, kann es auch erreichen, das belegen zahlreiche Beispiele. Doch das Motto lautet immer noch Wahlfreiheit! Denn wenn eine Frau – nach entsprechender Ausbildung! – beschließt, eine gewisse Zeit der Erziehung ihrer Kinder widmen zu wollen, muss das ebenso okay sein, wie wenn sie sich dafür entscheidet kinderlos zu bleiben oder Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen.
Doch Vorsicht! Bei allen Lebensentwürfen heißt es nämlich: Augen auf bei der Partnerwahl. Egal, für welche Lebensform man sich entscheidet, benötigt man dazu – will man nicht Single bleiben – den passenden Partner. Nicht jeder Mann, aber auch nicht jede Frau, will für einige Zeit bei den Kindern bleiben. Ich halte wirklich JEDE Familienkonstellation für geeignet, vorausgesetzt, sie entspricht dem Willen der beiden Partner. Ein gesetzliches Pensionssplittung (für einen bestimmten Zeitraum) wäre hier das Mittel der Wahl. Das es ausgerechnet von der Frauenministerin abgelehnt wird, entzieht sich meinem Verständnis.
Auch dass Frauen stets dazu motiviert werden, sog. MINT-Beruf anzustreben, weil die eben besser bezahlt werden, halte ich für einen Unsinn der Sonderklasse. Jeder soll/muss das machen, was er gut kann. In einem technischen Beruf hätte ich nie im Leben Erfolg haben können. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Die Gehälter für Berufe, die oftmals von Frauen ausgeführt werden, sind anzupassen. Ob nun Mann oder Frau Kindergärtner, Lehrer oder Pfleger werden wollen – sie müssen dafür adäquat entlohnt werden. DAS wäre Gleichberechtigung.
Haben wir nicht erst vor einigen Jahren die Erkenntnis gefeiert, dass Mann und Frau zwar nicht gleich, aber gleich-wert sind?
Meine Conclusio: Wahre Gleichberechtigung werden wir nicht dann erreicht haben, wenn es 50 % Mechatronikerinnen und 50 % Kindergärtner gibt, auch Wortkreationen wie GÄSTIN werden nicht sonderlich hilfreich sein. Erst wenn wir endlich begreifen, dass jeder nur dort Erfolg und Erfüllung haben kann, wo Er & Sie richtig eingesetzt ist, kann und wird sich Gleichberechtigung einstellen. Mit Quoten und gesellschaftlichen Druck wird es – meines Erachtens – nicht funktionieren.
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